TOP Ö 7: Kommunale Verkehrsüberwachung sowie Auswertung der Geschwindigkeitsdisplays

1.         Kommunale Verkehrsüberwachung:


In der Gemeinde Hohenroth wird der fließende Verkehr mit sechs Messstunden pro Monat überwacht. Die Verstöße haben sich in den letzten vier Jahren wie folgt entwickelt:

 

 

Straße

Verstöße

2018

Verstöße

2019

Verstöße

2020

Verstöße
2021

Jahnstr. i. H. Schule

100

Keine

Messung

Keine

Messung

15

(in 6 Messstunden,

einseitig)

Raiffeisenstr.

60

73

53

45

Seestraße

47

67

85

25

Sonstige Straßen

27

35

1

2

Gesamt

234

178

139

87

 

Wie aus vorstehender Darstellung ersichtlich ist, wurden in der Vergangenheit erhebliche Verstoßzahlen an der Messstelle „Jahnstraße i. H. Sportplatz“ in der bestehenden Tempo 30 Zone festgestellt. Im Zuge des Schulneubaus konnte diese Messstelle jedoch nicht bemessen werden, was einen wesentlichen Rückgang der Verwarn- / Bußgelder begründet. Mit Wiederaufnahme der Messungen in der Jahnstraße wurden innerhalb der 6 bisher abgehalten Messstunden bereits 15 Verstöße festgestellt. Dies zeigt deutlich, dass gerade in diesem Bereich eine Überwachung des fließenden Verkehrs - auch außerhalb von Schulzeiten! - aufgrund erhöhter Frequentierung durch Fußgänger (Apotheke, Sportgelände, Spielplatz usw.) durchaus angezeigt ist.

 

Aktuell liegt im Verhältnis Bußgelder zu den Kosten der Dienstleistung ein Defizit vor.

 

Am 09.11.2021 ist der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten, der teilweise spürbar höhere Bußgelder beinhaltet.

 

Weitere Einflüsse im laufenden Jahr haben sich durch die Rechtsprechung ergeben, die den Einsatz einer speziellen Messtechnik nicht mehr erlaubt. Die GKVS als Dienstleister der Gemeinde hatte auch diese Technik im Einsatz. Die Folge ist, dass aktuell nur einseitige Messungen vorgenommen werden können. Die GKVS hat jedoch mitgeteilt, dass sie neue Geräte beschaffen wird, die dann wieder andere Messmethoden ermöglichen.

 

 

2.         Geschwindigkeitsdisplays

Die Gemeinde hat im September 2020 ergänzend zur Verkehrsüberwachung zwei Geschwindigkeitsdisplays angeschafft., Diese sind in wechselnden Abständen an verschiedenen Orten in der Gemeinde Hohenroth aufgestellt.


Eine Überschreitung von Geschwindigkeiten wird hiermit aufgezeigt, jedoch nicht sanktioniert. Ein Gewöhnungseffekt tritt deshalb sehr schnell ein, was im Hinblick auf die Nachhaltigkeit kritisch zu bewerten ist. Aus diesem Grund ist der Standort der Displays auch in regelmäßigen Abständen zu wechseln.

 

Nachstehend eine Zusammenfassung der Messergebnisse:

 

Straße

Fahrtrichtung

Vd (km/h)

Vmax

(km/h)

Durchschnittliche Geschwindigkeits-reduktion in km/h

Geschwindigkeits-übertretung

in %

Hohenroth

Werthstr.

einwärts

43

80

5,7

18,1

Werthstr.

auswärts

33

67

-1,6

0,4

Raiffeisenstr.

einwärts

44

101

4,5

20,4

Raiffeisenstr.

auswärts

44

115

0,9

22

Brendweg

Ahornweg

39

82

3,5

11,1

Seestraße

Hauptstraße

43

84

2,8

15,7

Seestraße

Ortsausgang

35

79

-3,6

2,3

Leutershausen

Querbachshofer Str.

einwärts

35

58

2

1,5

Ringstraße

Solzbachstraße

38

75

4,8

13,1

Johann-Klöhr-Str.

Ortsmitte

31

70

3,3

1,1

Querbachshof

Windshausen

34

88

4,4

15,1

Windshausen

Salzforststraße

einwärts von NES kommend

51

127

7,1

50,5

Salzforststraße

einwärts von Schmalwasser kommend

44

100

4,9

21,5

Lange Eller

Ebersbacher Straße

30

73

3,5

1,4

 

Die Kosten der Geschwindigkeitsdisplays belaufen sich laut Kostenaufstellung (siehe Anlage) auf durchschnittlich rund 350,- Euro monatlich (jährlich 4.196,45 €, AfA + lfd. Betrieb).

 

Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass sich die Verstoßzahlen seit Einführung der KVÜ deutlich reduziert haben (z. B. 2014 insg. 290 Verstöße gegenüber 2020 insg. 139 Verstöße bei annähernd gleicher Verkehrsstärke). Damit zeigt sich, dass eine „Erziehung“ der Verkehrsteilnehmer zu verkehrsgerechtem Fahrverhalten durch das Instrument der Geschwindigkeitsmessung mit Sanktionierung durch Bußgelder bisher nachhaltigen Erfolg hat.


Beschluss:

 

Der Gemeinderat nimmt die Erläuterungen zur Kenntnis und beschließt zum Schutze seiner Gemeindebürger/innen und zu einer nachhaltigen Verkehrssicherheit in der Gemeinde die kommunale Verkehrsüberwachung fortzuführen.

 

Dem Gemeinderat wird künftig jährlich im 4. Quartal (Oktober bzw. November) über die Entwicklung der Verkehrsverstöße auf Grundlage der kommunalen Verkehrsüberwachung informiert und erhält darüber hinaus eine zusammenfassende Auswertung über die Aufzeichnungen der Geschwindigkeitsdisplays zur Kenntnis.


Abstimmungsergebnis:

 

Ja-Stimmen:

15

Mitgliederzahl:

17

Nein-Stimmen:

0

Anwesend:

15